„In den ältesten Zeiten wurde die Welt von Drachen und Dämonen beherrscht. Sie waren die Urkräfte, durch die die Welt und ihre Urmaterie geformt wurden. Sie waren gegensätzliche Prinzipien, die die Welt vollständig machten. Recht und Ordnung gegen Chaos und Wahnsinn. Drachen gegen Dämonen.
Dragonbane ist ein klassisches Fantasy-Tabletop-Rollenspiel voller Magie, Mysterien und Abenteuer. Es ist von Grund auf so konzipiert, dass es schnelles und rasantes Spielen mit sehr wenig Vorbereitungszeit und Abenteuern ermöglicht, die ein Kinderspiel sind. Dragonbane ist ein Spiel mit Raum für Lacher am Tisch, das den Abenteurern aber dennoch brutale Herausforderungen bietet. Dieses Grundspiel enthält:
– Regelbuch mit schnellen und effektiven W20-basierten Spielregeln für Charaktererstellung, Fertigkeiten, Kampf, Magie und Reisen
– Abenteuerbuch mit elf vollständigen Abenteuern, die einzeln oder in der epischen Kampagne „Das Geheimnis des Drachenkaisers“ miteinander verbunden gespielt werden können
– das Heft „Allein in Deepfall Breach“ ermöglicht es dir, Dragonbane alleine zu spielen
– riesige, vollfarbige Karte des Nebeltals
– Illustrierte Spielkarten für Abenteuer, Schätze und mehr
– Zehn transparente polyedrische Würfel, darunter zwei benutzerdefinierte W20
– fünf vorgefertigte Charaktere
– fünf leere Charakterbögen
– Pappaufsteller für Charaktere und Monster
– Doppelseitige Battlemap“
Autor: Tomas Härenstam
führender Illustrator: Johan Egerkrans, mit Anton Vitus & Niklas Brandt
u.v.m.
Box mit Din A4 Softcover 112 Seiten Regelbuch + 116 Seiten Abenteuerbuch
+ doppelseitige Battlemap + vollillustrierte Landkarte
Fazit: Die Begeisterung für dieses Rollenspiel ist nicht weiter verwunderlich, liest sich die Liste der beteiligten Personen doch ein wenig wie das „Who is who“ bei Free League: Als führender Autor ist Tomas Härenstam verbucht, die Illustrationen stammen aus der über alle Zweifel erhabenen Feder von Johan Egerkrans, der schon das Rollenspiel Vaesen allein mit seinen Zeichnungen tragen konnte. Aber ich greife vor…
In DRAGONBANE steigt ihr in eine Welt ein, die vom immerwährenden Kampf zwischen den guten Drachen auf der einen Seite sowie den bösen Dämonen auf der anderen Seite gezeichnet ist. Und auch, wenn es aktuell etwas ruhiger im Kampf geworden ist, so könnte die Welt doch alsbald im Chaos versinken, denn ein besonders übler Dämon, der auch schon in der Vergangenheit für Unruhen sorgte, steigt erneut auf, um die Welt dem Untergang zu weihen.

Inmitten dieses Szenarios spielt ihr eure Charaktere, die aus einer übersichtlichen Völkerschar erstellt werden können. Neben den üblichen Verdächtigen (Menschen, Halblinge, Zwerge und Elfen) gibt es noch Stockenten und einen Wolfsmenschen. Ja, richtig gelesen, es gibt menschliche Enten in DRAGONBANE(, und ja, wer will kann eine Pen&Paper-Version von Darkwing Duck spielen)! Die einen verteufeln dies, die anderen feiern es. Für klassische Rollenspielfans ist das sicherlich befremdlich, aber lebt unser Hobby nicht auch genau davon, dass man sich so frei wie nur irgend möglich entfalten können sollte?
Nach der Wahl des Volkes hat man zudem die Auswahl aus 10 Charakterklassen, auch hier sind kaum Überraschungen vertreten:
Die Welt von DRAGONBANE bietet lediglich ein paar Eckdaten, um eine etwaige Vorstellung zu geben, lässt den Spielern und der Spielleitung aber genug Freiraum, um das Land nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten. Wer hier nicht so kreativ ist, findet für den Beginn aber genug Schauplätze und Beschreibungen, um damit erst einmal zurecht zu kommen.
Das Regelsystem von DRAGONBANE würde ich ganz vorsichtig als eine Light-Variante von Das Schwarze Auge bezeichnen, oder einen Hybriden aus Das Schwarze Auge und Dungeons & Dragons, auch wenn die Ursprünge aus dem Regelwerk von Magic World von Chaosium stammen. Aber seither sind vierzig Jahre ins Land gegangen, und nur noch weniges erinnert an die Wurzeln des Spiels, das sich zumindest in Schweden seit jeher unter dem Titel Drakar och Demoner großer Beliebtheit erfreut.

Regeltechnisch gilt es, mit einem W20 einen Zielwert zu unterwürfeln, um einen Erfolg zu haben. Aus den Attributen und Talenten ergeben sich Standardwerte von 3-7, hat man eine Spezialisierung, verdoppelt sich dies, sodass wir ggf. auch eine 14 als Zielwert unterwürfeln müssen, um einen Erfolg zu erhalten. Kritische Erfolge sind bei der natürlichen gewürfelten 1 der Fall, kritische Fehlschläge bei der natürlich gewürfelten 20.
Sobald die Erzählzeit in Runden geht, hat jeder Charakter nur noch eine Aktion übrig (Ausnahmen bestätigen die Regel), und so kann man sich zum Beispiel überlegen, ob man lieber angreifen möchte oder doch lieber verteidigt. Beides geht gleichzeitig nun einmal nicht. Die Initiativreihenfolge wird hierbei für jede Runde neu ermittelt, indem zufällige Nummernkarten gezogen werden. Wird ein Angriff verteidigt und liegt der ermittelte Schaden, der verhindert wurde, über dem Belastungswert der jeweiligen Waffe, kann diese unbrauchbar werden und muss zunächst in die Reparatur. Allein das Kampfsystem ist schon eine Art „DSA light“: nicht für jeden Angriff erfolgt eine Parade, und wir benötigen auch keinen Waffenvergleichswert, sondern checken jeweils einfach den Belastungswert der Waffe.
Das Magiesystem unterscheidet Animismus, Mentalismus und Elementalismus, bietet innerhalb dieser Klassifizierungen aber größtenteils altbekannte Zauber.
Neben dem Grundregelwerk für das Spiel beinhaltet die Starterbox auch einen Abenteuerband mit einer kleinen elfteiligen Kampagne, um einen schnellen Einstieg zu ermöglichen, ein Soloabenteuer, damit man auch schon starten kann, bevor man eine Spielergruppe gefunden hat, fünf fertige Charaktere, ein paar leere Charakterbögen, eine Karte von Misty Vale (der zentralen Region von DRAGONBANE), ein paar Pappaufsteller mit Plastik-Standfüßen, einem Satz Würfel sowie ein paar Handkarten z.B. für die Initiative-Ermittlung, Schätze, improvisierte Waffen und Abenteuerideen. Das Regelwerk ist übrigens bis auf ein fehlendes Abenteuer und fehlende Listen für Schätze (die es hier als Karten gibt) absolut identisch mit dem Inhalt des Hardcover-Grundregelwerks.

Bei einem Preis von aktuell knapp unter 50.- Euro kann ich hier eigentlich nur eine Kaufempfehlung aussprechen. Die deutsche Fassung lässt gerade ein wenig auf sich warten, ist aber erfolgreich im Crowdfunding gelaufen und wird (hoffentlich) bald im Uhrwerk Verlag erscheinen. Hier hatte sich sogar Thomas Römer dafür begeistern können, einen für Aventurien ausgelegten Quellenband mitzugestalten, der mit den DRAGONBANE-Regeln bespielt werden können soll. Man darf diesbezüglich also gespannt sein. Wer es nicht abwarten kann oder will, der darf aber auch gerne bei der englischen Version zugreifen. Es gibt übrigens auch einen recht tauglichen Quickstarter, den ihr gegebenenfalls auf der einen oder anderen Convention oder Messe abgreifen könnt, und auch der Spielleiterschirm ist echt gut gelungen.
