T4XI

Es gibt Filme, die sind so abstrus und überzeichnet, dass es schon fast weh tut. Die Filmreihe TAXI zählt sicherlich dazu. Im Mittelpunkt der Handlung steht ein Peugeot 407 (in den vorherigen Teilen war es noch ein Peugeot 406), der als Taxi dient und etliche Extras zu bieten hat. Der Taxifahrer Daniel (Samy Naceri), der seine eigentliche Passion in Autorennen sieht, hat das Fahrzeug entsprechend umgebaut, dass es sich fast schon wie KITT aus Knight Rider umwandeln lässt.

Émilien (Frédéric Diefenthal), der beste Freund von Daniel, ist von Beruf Polizist. Seiner Polizeistation wird ein Belgier überstellt, der auf höchster Sicherheitsstufe gehandhabt wird und nur einen kurzen Aufenthalt in Marseille haben soll, um später in den Kongo ausgeliefert zu werden, wo eine Verurteilung auf ihn wartet. Das Kommissariat liegt unter der Leitung eines trotteligen Commissaire Gibert (Bernard Farcy), der es sich zur Aufgabe macht, den Belgier zu befragen. Durch einen Unfall betäubt er sich selbst, und der Belgier ist mit Émilien und seinen ebenfalls unfähigen Kollegen alleine. Mit einem Trick kann der Verbrecher die Polizisten davon überzeugen, er sei gar kein Krimineller, sondern Belgischer Botschafter. Emilién lässt ihn frei.

Als sich später herausstellt, was passiert ist, verliert er daraufhin seinen Job, aber Daniel kann ihm eine Spur geben, wo er den Belgier wieder finden kann, denn durch einen dummen Zufall hat er ihn vor der Polizeistation mit seinem Taxi weggefahren…
Was die beiden Freunde allerdings nicht wissen: die Flucht des Belgiers ist geplant und Teil einer verdeckten Ermittlung, die sie durch ihr Auftauchen gefährden.

Die Geschichte um ein Renntaxi aus Marseille ist stark durch Fahrzeuge wie KITT, Dudu oder James Bond-Autos inspiriert. Der Inhalt selbst basiert darauf, actiongeladene Autofahrten zu inszenieren, ohne dabei gleich eine Verfolgungsjagd drehen zu müssen. Die Rahmenhandlung, um dies zu ermöglichen, ist übelster Klamauk. Vergleichbar mit alten Louis de Funès – Filmen, ist der Humor wohl eher auf ein jüngeres Publikum zurechtgeschnitten. Die Tatsache, dass das gesamte Spektakel insgesamt eher gewaltfrei abläuft, spricht ebenfalls dafür. Auf der anderen Seite wird recht freizügig mit Marihuana-Konsum umgegangen (das ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Polizisten).

Der Film startete vor ca. 2 Jahren in den französischen Kinos, wurde aber nicht in die deutschen Kinos gebracht, ebenso wie schon Teil 3. Für Fans der Reihe ist T4XI ein zweischneidiges Schwert. Amüsante, temporeiche Story, ein für Hobbybastler unwiderstehliches Auto, eine feste Besetzung seit vier Filmen. Aber wo sind die Actionsequenzen, die rasanten Autofahrten geblieben? Die wurden hier auf ein Minimum gekürzt, sodass Daniel letztendlich fast nur noch eine Nebenrolle spielt. Trotz dessen ist T4XI ein kurzweiliges Vergnügen, dessen Story allerdings ein wenig vorhersehbar ist. Die abgegriffenen Klamauk-Einlagen sind so übertrieben stumpf, dass man zwangsläufig darüber lachen muss. Sollte das ganze allerdings tatsächlich „ernsthaft witzig“ gedacht gewesen sein, dann ist das ein Schuss in den Ofen gewesen!