Set a Watch (Grimspire / Rock Manor Games)

„Das Königreich ist in großer Gefahr. Mächtige Feinde haben sich verschworen, um die finsteren und mächtigen Seelenlosen wiederzubeleben, die eure Gruppe gerade erst getötet hat. Jetzt ist es an euch, den wagemutigen Abenteurern des Landes, die Schauplätze dieser Beschwörungen aufzusuchen und die Horden von Kreaturen zu besiegen, die hinter der unheiligen Verschwörung stecken. Vier mächtige Abenteurer, von denen jeder über einzigartige Fähigkeiten verfügt, kommen erneut zusammen, um das Böse zu besiegen, bevor die Seelenlosen die Welt in Dunkelheit stürzen.
Set a Watch ist ein kooperatives Spiel für 1 bis 4 Spieler, in dem ihr neue Orte sichern und die Akolythen daran hindern müsst, die Siegel zu brechen, welche die finsteren Seelenlosen zurückhalten. In jeder Runde reist eure Gruppe an einen neuen Ort und wählt einen Abenteurer aus, der sich ausruht und strategische Aktionen im Lager ausführt. Die restliche Gruppe hält Wache und kämpft gegen eine Reihe von Kreaturen, die versuchen in euer Lager einzudringen. Nutzt eure Würfel, um euch in den Kampf zu stürzen und einzigartige Klassenfähigkeiten zu aktivieren. Um in jeder Runde siegreich aus dem Kampf hervorzugehen, braucht ihr sowohl Taktik als auch Entschlossenheit. In diesem epischen Einsatz müsst ihr euren Verstand und euer Geschick einsetzen, um zu überleben, die auferstandenen Seelenlosen zu besiegen und das Lagerfeuer am Leben zu erhalten… oder die Dunkelheit wird alles verschlingen.“

von Todd Walsh
für 1-4 Spieler ab 10 Jahren
Dauer: 60min

Fazit: Zunächst einmal: Die angegebene Spieldauer von 60min laut Spielschachtel ist zu knapp bemessen, denn die Partien dauern eher 90-120min. Die Anleitung zu Set A Watch ist ggf. zunächst einmal etwas verwirrend, aber wenn ihr parallel dazu einfach mit dem Spielen beginnt, erschließt sie sich doch recht schnell. Letztlich müsst ihr im Spiel taktisch klug eure Würfel platzieren, um die anstürmenden Gegnerreihen zu zerlegen, während sich ein Spieler im Lager aufhält und dort die notwendigen Lageraktionen macht. Je nach Höhe eures Feuers seht ihr entsprechend die erste, die ersten zwei oder sogar die ersten drei Kreaturen.

Dies geschieht so über 9 Runden, wobei die letzte Finalrunde noch einmal mit leicht abgewandelten Regeln arbeitet. Und genau hierin liegt auch der kleine Haken von Set A Watch: habt ihr euch 8 Runden lang durchgekämpft, kommt ihr mehr oder minder ausgelaugt im Endkampf an, und hier warten nicht nur von Natur aus jede Menge Monster auf euch, sondern es kommt zusätzlich noch „die Horde“ hinzu, also alle Monster, die ihr auf dem Weg hierher ggf. nicht besiegen konntet. Für das nicht besiegen können wurdet ihr aber bereits durch das Umdrehen von Fertigkeitskarten bestraft. Die Wahrscheinlichkeit ist also recht hoch, dass ihr euch 8 Runden mehr oder weniger gut schlagt (zumindest denkt ihr das), und im Finale bekommt ihr es dann mit Gegnerhorden zu tun, die euch ggf. sogar schon rein zahlenmäßig bereits überlegen sind, sodass ihr nicht gewinnen könnt, von der Schwierigkeit der zu besiegenden Gegner mal ganz zu schweigen. Nach so langer Spieldauer kann an dieser Stelle durchaus Frust aufkommen.
Ein weiteres Manko ist, dass es im Spielverlauf etwas unbefriedigend ist, wenn man die Kreaturen besiegt, denn abgesehen von etwas Feuerholz bei Ents gibt es keinerlei Belohnungen (und auch die sind zweischneidig, denn es gibt Kreaturen, deren Widerstandskraft sich nach der Stärke eures Feuers richten).


Die unterschiedlichen Orte, Charaktere und deren Fertigkeiten sowie die immer unterschiedliche Monsterreihenfolge und die Auswahl der Seelenlosen-Karten sorgen für Abwechslung im Spiel, wohingegen die Zugfolge danach mehr oder minder repetitiv ist. Aktive, begeisterte Spieler neigen dazu, in diesem Spiel das Zepter in die Hand zu nehmen und den anderen Spielenden vorzuschreiben, was diese mit ihren Würfeln zu tun und zu lassen haben…

Das Setting ist spannend, das Spielmaterial mit der ins Spielgeschehen eingebundenen Spielschachtel sieht phantastisch aus, und auch die Bebilderung der Karten ist eindrucksvoll. Wer mit den oben angegebenen Einschränkungen leben kann, findet mit Set A Watch ein tolles Spiel, das sich im Zweifel auch sehr gut alleine spielen lässt. Mit der einen oder anderen Belohnung für die Etappensiege würde auch der Endkampf zweifelsfrei noch etwas besser von der Hand gehen. Dies scheint mit den bereits verfügbaren Erweiterungen aber bereits geklärt worden zu sein!